Filmkritik: Kampf der Titanen

Filmplakat Kampf der Titanen: Perseus hält den Medusa Kopf in die Höhe

Filmplakat: Kampf der Titanen

Das REMAKE des Originals Clash of Titans läuft ja bereits seit einiger Zeit in unseren Kinos. Auch hier sind die Produzenten noch schnell auf den 3D-Trendzug aufgesprungen und haben im Nachhinein auch noch eine 3D-Version produziert. Gebracht hat es nicht wirklich was, der Film ist grottenschlecht. Da hilft auch die dritte Dimension nicht mehr…
Zugegebenermaßen habe ich mir nicht viel erwartet was die Story, schauspielerische Leistung und Dramaturgie anbelangt. Ich habe einfach nur auf coole Special-Effects und toll choreographiertes Titanen-Gemetzel vor der Blue-Box gehofft.
Doch auch hier wurde ich enttäuscht. Der Filmschnitt: eine Katastrophe. Die Kombination aus sehr nahen Kameraeinstellungen und schneller Schnittfolge in den meisten Szenen löste bei mir den Drang aus, mich weiter nach hinten zu setzen, nur um herauszufinden, ob ich vielleicht zu nah an der Leinwand sitze, oder ob ich einfach schon alt bin und meine 29-jährigen Synapsen der Bilderflut einfach nicht mehr gewachsen sind.
Meinen Sitznachbarn ging es nach einer Nachfrage meinerseits jedoch ähnlich und die waren alle etwas jünger.

Die Kämpfe mit diversen Riesenkrabben, überdimensionalen Skorpionen und gegen Medusa litten extrem unter dem Filmschnitt den anscheinend ein unterbezahlter Cutter im LSD-Rausch verbrochen hat, gemeinsam mit einem Regisseur, der sich den Film augenscheinlich nie auf einer großen Leinwand angeschaut hat.
Das einzige was Kampf der Titanen mit Avatar gemeinsam hat ist wohl der Hauptdarsteller Sam Worthington, dem die Rolle des Sixpack-gesegneten Perseus auf dem Leib geschnitten war. Darstellerisch glänzen konnte (und durfte) aber auch er nicht.
Verwunderlich für mich ist, dass Schauspielgrößen wie Liam Neeson (als Zeus) und Ralph Finnes (als Hades) sich für Louis Letterier`s (Regisseur, „Hulk“, „The Transporter“) Kampfspektakel hergegeben haben. Ralph Finnes, der meines Erachtens ein großartiger Schauspieler ist, war als Hades jedoch gut besetzt und schaffte es zumindest ein bisschen zu glänzen.

Gemma Arterton

Bild: Gemma Arterton - macht den Film zumindest ein bisschen sehenswert

Nach guten 90 Minuten kam es dann endlich zum Showdown und Perseus durfte auf seinem schwarzen Pegasus gegen den Kraken (übrigens der einzige wirkliche Titan im ganzen Film) antreten. Ungewohnt und überraschend schnell wurde der Tintenfisch, der aussah wie eine Kreuzung aus Godzilla und Olga die Meeresschildkröte, mithilfe des Medusa-Kopfes ins Nirvana befördert.
Und weil Perseus grade so in fahrt war, schickt er auch gleich Hades zurück in die Unterwelt. Ende gut alles gut. Zum Schluss bekommt Perseus sogar noch Io (gespielt von der bezaubernden Gemma Arterton) zurück, der obligatorische Filmkuss bleibt aber aus.

Ein kurzer Exkurs in die griechische Mythologie:
Abgesehen von der erschreckenden Filmqualität bedienten sich die Filmemacher nach gutdünken aus der griechischen Myhtologie, bzw. kreierten ihre eigene Version davon.
Die Fehlersuche beginnt eigentlich schon beim Filmtitel: Kampf der Titanen.
Wer etwas bewandert ist in griechischen Mythologie, der weiß, das mit „Titanen“ eigentlich das älteste Göttergeschlecht Gaia und Uranos gemeint waren, welche aus dem Chaos (=Begriff für völlige Unordnung) hervorgegangen sind.
Gaia gebar Uranos die Titanen, darunter Kronos und Rheia die später Zeus gebaren. Kronos entmannte seinen Vater Uranos auf Bitten von Rheia. Das Geschlechtsteil von Uranos warf er ins Meer, das Blut welches auf Gaia fiel befruchtete sie, worauf sie die Giganten gebar.
In weiterer Folge wurde Kronos dann von Zeus entmachtet und herrschte von nun an auf der Insel der Seligen. Zeus wurde der Herrscher am Olymp.
Den Kraken so wie im Film gibt es eigentlich nicht in der griech. Myth. – Ketos ist eigentlich damit gemeint, welcher nicht von Hades kontrolliert wird, sondern von Poseidon nach Äthiopien geschickt wird, wo schließlich Andromeda dem „Meeresungeheuer“ geopfert werden soll um die Götter zu besänftigen. Erst hier kommt Perseus ins Spiel welcher eigentlich rein zufällig an dem stein vorbeikommt, an dem Andromeda gefesselt ist. Sofort entbrennt eine tiefe Liebe zwischen den beiden und Perseus rettet Andromeda vor Ketos.
/Exkurs Ende.

Wer noch nicht genug hat, der kann hier den Rest selbst nachlesen.

Fazit:
Auch wenn ich den Film nur in 2D gesehen habe, so blieb er mir wenigsten in der dritten Dimension erspart. Einzig Ralph Finnes als Hades und Gemma Arterton als Vollblut-Weib Io waren sehenswert in diesem digitalen Fiasko aus Titanen die eigentlich keine sind, Schauspielgrößen die sich unter ihrem Wert verkauften und einem desaströsen Filmschnitt der den Film – zumindest für mich – unzumutbar macht.

P.S.: Falls den Film jemand in 3D gesehen hat, würde mich interessieren ob er da besser wegkommt.

2/10 Punkten

8 thoughts on “Filmkritik: Kampf der Titanen

  1. Loki

    Ich dachte mir eigentlich, dass er gut wäre. Zumindest hat mich die Vorschau sehr angesprochen. Aber was du schreibst, klingt alles andere als berauschend. Werds mir wohl dann an der Kinokasse nochmal stark überlegen. Übrigens: The Book of Eli war recht super. Solltest dir bei Gelegenheit auch mal anschaun.

    1. joe Post author

      Ja, der trailer hat mir an sich auch recht gut gefallen. Der Film selbst ist aber wirklich Mist.
      Vielleicht gibt es Leute denen sowas gefällt. Ich hab in mir angeschaut weil ich coole Monster und Kampfsequenzen a la „300“ (obwohl der ansonsten auch Mist war) erwartet hab.
      Aber ich wurde enttäuscht. Grund ist wirklich der Schnitt in Kombination mit den Nahaufnahmen. Meine Auge kam da einfach nicht mit.

      Joe

  2. Loki

    Ok, dann werd ich mir den wohl auch sparen. Mag kein Geld ausgeben und mich dann im nachhinein darüber ärgern. Wie fandest eigentlich Avatar? Den hab ich mir jetzt endlich auf DVD geholt. 😉
    lg, Loki

    1. joe Post author

      Avatar fand ich sehr gut gemacht. Hier war natürlich der 3D-WoW! Effekt noch ganz jungfräulich, dafür aber auch deutlich intensiver, da hier ja nicht wie bei „Kampf der Titanen“ der Film erst nachträglich 3D-gerendert wurde, was den Effekt natürlich stark reduziert.

      Die schauspielerische Leistung in Avatar war eigentlich auch ganz passabel, obwohl es mir teilweise doch etwas zu klischeehaft und stereotyp war.

      Würde ich Avatar nach Punkten bewerten, dann wären es wohl 8/10 geworden.

      lg
      Joe

  3. Loki

    So, habe mir jetzt Kampf der Titanen auch angeschaut. Allerdings nicht in 3D. Er war nicht wirklich schlecht, aber ein zweites Mal muss ich ihn mir bestimmt nicht mehr ansehen. Also hattest voll und ganz recht. Als nächstes ist dann Iron Man 2 dran. 😉

    1. joe Post author

      Hi!
      Iron Man 2 hab ich mir auch schon angeschaut – werd da auch noch ne Filmkritik drüber schreiben. Hat mir gut gefallen, der erste Teil war aber doch ein Stück besser. Im 2ten Teil schwächelt die Story ein wenig.
      Mein Fazit:
      Iron Man – 9/10
      Iron Man 2 – 7.5/10

      mfg
      Joe

      1. Loki

        Ok, das hab ich auch gehört. Aber angeblich soll er etwas mehr Humor haben. Na ich schau ihn mir einfach mal bei Gelegenheit an. 😉
        lg