Canned Hunting – Trophäenjagd für Perverse mit dickem Geldbeutel

Aufmerksam auf diese Abscheulichkeit des Canned Huntings wurde ich durch einen Tweet meines Blogger-Kollegen locoloki.com. Die Tierschutzorginasation Vier Pfoten hat das ganze publik gemacht, auf RTL widmete man diesem Thema 2 Ausgaben des Mittagsmagazins Punkt 12.

Canned Hunting, oder: born to be killed (copyright: Vier Pfoten)

Toter Löwe, aufgehängt - daneben: ein Gewehr

Canned Hunting - © Okapia

Südafrika – demnächst (viel kritisierter) Veranstalter der Fußball WM 2010, TOP-Reiseziel für Naturliebhaber, aber auch ein Paradies für Jäger. Was hierzulande nicht möglich ist, bekommt man im Süden Afrikas bei entsprechend gut gefülltem Geldbörsel sogar ohne Jagd- oder Waffenschein: Eine Löwenjagd (für Jedermann).
Der feuchte und perverse Traum eines Jagd-Touristen wird hier zur Wirklichkeit. Für dementsprechend viel Geld bekommt man so gut wie jede Wildtierart vor die Bleibüchse. Schakale darf man sogar gratis abknallen (Laut den Infos auf weltjagt.at – Website derzeit – Gott sei dank – offline).
Beim Canned Hunting (im Deutschen auch bekannt als „Gatterjagd“) werden Löwen in einem Gehege eingesperrt und dem Jäger zum Abschuss serviert. Besonders grausam: Durch die ungeübten Schüsse des Hobby-Jägers braucht es oft mehrere Schüsse bis das Tier schlussendlich qualvoll stirbt.
Unvorstellbar eigentlich, dass man einfach so mir nichts dir nichts eine vom Aussterben bedrohte Tierart abknallen darf. Noch dazu ohne Jagd- und Waffenschein.

Was mich jedoch wirklich auf die Palme bringt ist, dass man derartige Jagd-Touren jetzt schon auch ganz legal und unkompliziert beim Reiseveranstalter buchen kann. Sogar eine eigene Website für diese Idiotie (derzeit offline, ein gutes Zeichen) gibt es, wo ein gewisser Herr Alois Koch diese perversen Jagd-Touren organisiert und damit Geld verdient.
Kurz mal Big G nach Alois Koch gefragt, wurde ich auch schon fündig und stieß auf die Auslandsjagberichte des Herrn Koch wo er davon schwärmt welch exotischen Tieren er schon überall auf der welt das Licht ausgeblasen hat.

Für Geld ist ja bekanntlich alles zu haben – Bei der Jagd ist das anscheinend keine Ausnahme:
Einer Löwin darf man für EUR 5000,- das Leben aushauchen. Ein Löwe mit dunkler Mähne kostet da schon mehr – bis zu EUR 45.000 muss der Jagd-Tourist dafür hinblättern. Da dieses Geschäft derartig boomt, werden in Südafrika mittlerweile die Großwildkatzen auf zahlreichen Farmen extra für Canned Hunting gezüchtet.

Ich kann allen nur empfehlen sich die beiden Punkt 12 – Sendungen (RTL) (Link zu Teil 1 – Canned Hunting, Link zu Teil 2 – Canned Hunting) anzusehen die einen Vier Pfoten Mitarbeiter der sich als Jagd-Interessent in die Szene eingeschlichen hat, und den RTL-Reporter dabei begleiten, wie sie versuchen, 2 Löwen (die ein deutscher Zoo nach Südafrika verkauft hat!) vor dem sicheren Tod zu retten.
Weiters empfehle ich den entsprechenden Artikel dazu auf vierpfoten.at: Canned Hunting.

Was können wir dagegen tun?
Ganz einfach: Bewusst machen, darüber schreiben und berichten, und: Petition gegen Canned Hunting unterschreiben.

5 thoughts on “Canned Hunting – Trophäenjagd für Perverse mit dickem Geldbeutel

  1. Loki

    Hi Joe!
    Cool, dass du über unsere Kampagne schreibst. War echt ein Haufen Arbeit für alle im Vier Pfoten – Team die ganze, grauenhafte und ungeschminkte Wahrheit ans Licht zu bringen. Zum Glück verbreitet sich das Thema wahnsinnig schnell!
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich eigentlich mit viel Distanz meiner Arbeit nachgehe (muss ich auch, denn sonst würde ich durchdrehen und vor lauter Hass wahrscheinlich platzen). Aber das Thema Canned Hunting ging, bzw. geht mir echt Nahe und da geht es zum Glück vielen genauso. Das ist einfach pervers so schöne Tiere zum Spaß zu töten. Einfach total krank nur wegen „Trophäen“ die schönsten und anmutigsten Tiere zu erschiessen. Wir haben ja auch ein riesiges Areal, namens Lionsrock, wo zum Beispiel Zoolöwen wieder ausgewildert werden. Auch die Löwen vom Gänserndorfer Safaripark haben dort ihr neues zu Hause gefunden. Kannst ja mal reinschauen: http://www.lionsrock.org
    lg, Loki

    1. joe Post author

      Hey Loki!
      Immer gerne. Sowas muss einfach publik gemacht werden. Finde ich toll, dass sich die 4 Pfoten hier so engagieren.
      Weiterhin viel Erfolg!

  2. Peter Woolf

    Diese Verallgemeinerung ist doch Unsinn. Trophäenjagd ist etwas völlig normales und für die Wildtiere vor Ort sowie die Bewohner bis zu 4 x ertragreicher, als Fotosafari oder lokale Fleischjagd. Canned Hunting (also Abschuß „externer“ Tiere) ist allerdings ein Auswuchs, der auch nicht waidgerecht ist und deshalb i.d. Regel von deutschen Jägern abgelehnt wird (wie meist auch die Gatterjagd). Dass man in Afrika keinen deutschen Jagdschein braucht ist doch klar, wer sind wir denn, das ist ein anderes Land mit eigenem Recht. Sorry, dass die nicht 4 Pfoten gefragt haben, wie sie das handhaben sollen. Ich finde die Jagd äußerst nachhaltig und da damit das Überleben lokalen Wildes sowie signifikanter Support für die meist unter schwierigen Umständen lebenden Menschen geschaffen wird, wüßte ich nicht, was dagegen sprechen sollte – außer ein paar Westeuropäern, die das nicht so gut finden.

    1. Loki

      Leider finden Gatterjagden immer noch zu häufig statt. Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Bewohner in SA dort mehr verdienen, als bei Fotosafaris. Die einzigen die damit Geld scheffeln sind die korrupten Reiseveranstalter, die dir gleich das Tier für ein paar Tausend Euro als Trophäe anbieten. Und Tierschutzorganisationen „fragt“ sowieso niemand. Allerdings gibt es auch direkt in Südafrika einen Standort von Vier Pfoten, die eben alle Missstände versuchen aufzudecken. Natürlich ist es meine ganz persönliche Meinung, aber ich finde es einfach krank Tiere nur der „Trophäen“ wegen zu töten. Der Jäger erschießt doch auch nicht seinen treuen Hund, damit er ihn dann anschließend an die Wand hängt! Natürlich ein sehr drastischer Vergleich, aber es ist eben auch ein Tier.