Duales Studium – Theorie & Praxis gehen Hand in Hand

Theorie und Praxis miteinander verbinden und nebenbei bezahlt werden? Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Im dualen Studium wird der Traum Wirklichkeit: Hier beschäftigen sich Studierende an der Hochschule mit dem theoretischen Grundgerüst und setzen dieses anschließend in einem Unternehmen praktisch um. Die akademische Bildung wird mit berufsrelevanten Erfahrungen auf diese Weise optimal verknüpft. Was aber ist ein duales Studium konkret?

Gleichzeitig studieren und arbeiten? Nichts Neues für die meisten Studierenden. Wie wäre es aber, auf gewöhnliche Studentenjobs zu verzichten und stattdessen einen Job zu wählen, der dem tatsächlichen Traumberuf entspricht? Im dualen Studium wird genau das gelebt! Hier absolvieren Studierende ein akademisches Studium und sind nebenbei in einem Unternehmen – beim Praxispartner – tätig.

mehrere Studierende gehen pber eine Stiege

Duales Studium – Kombination aus Theorie und Praxis.

Wie funktioniert ein duales Studium?

Aus zwei mach eins: Studierende besuchen im dualen Studienmodell einen akademischen Studiengang und arbeiten ergänzend in einem Unternehmen. Die Arbeit beim sogenannten Praxispartner ist dabei eng mit den gelehrten Studieninhalten verknüpft: Im Studium werden die Studierenden mit der Theorie und den berufsrelevanten Inhalten vertraut gemacht und erfahren im Anschluss, wie das Gelernte praktisch im Unternehmen zur Anwendung kommt. Die akademische Lehre wiederum nimmt Bezug auf die berufspraktischen Einblicke und baut darauf auf. In Projekten werden z.B. Konzepte entworfen, die auf die aktuellen Herausforderungen des Praxispartners reagieren. Damit keine Langeweile aufkommt, wechseln sich die Praxis- und Theoriephasen regelmäßig ab – z.B. im Wochen- oder Blockphasenmodell.

Der duale Bachelor hat meist eine Studiendauer von sechs bis acht, seltener bis zu zehn Semestern. Des Weiteren gibt es auch Masterstudiengänge, die dual durchgeführt werden, diese sind allerdings (noch) in der Unterzahl. Ferien gibt es im dualen Studium übrigens keine, da die vorlesungsfreien Zeiten für die Praxisphasen genutzt werden. Natürlich stehen den Studierenden aber Urlaubstage zu.

4 Modelle im dualen Studium

 Bei dualen Studiengängen werden insgesamt vier Modelle voneinander unterschieden. Zur Auswahl stehen das:

 

  • ausbildungsintegrierende duale Studium
    Hier erhalten Studierende insgesamt zwei Abschlüsse, da sie neben der Hochschule und dem Praxispartner zusätzlich eine Berufsschule besuchen und einen Berufsabschluss machen.

 

  • praxisintegrierende duale Studium
    Der Fokus liegt hier – ganz klar – auf den Praxisphasen. Diese können langfristig in einem Unternehmen abgeleistet werden oder in Form von Langzeitpraktika bei einem oder mehreren, unterschiedlichen Betrieb/en.

 

  • berufsintegrierende duale Studium
    Dieses Studienmodell eignet sich für Personen, die sich beruflich weiterbilden möchten. Neben der Absolvierung eines Studiums arbeiten Studierende häufig Teilzeit und verbleiben in vielen Fällen in ihrem alten, auf das Studium abgestimmten, Job. Der/die Arbeitgeber/in kommt den Studierenden hierbei entgegen und schafft z.B. flexiblere Arbeitszeiten.

 

  • berufsbegleitende duale Studium
    Studierende dieses Modells arbeiten häufig Vollzeit neben dem Studium. Hier findet jedoch keine Verknüpfung von Theorie und Praxis statt. Der/die Arbeitsgeber/in sollte über den Studienwunsch ebenfalls Bescheid wissen.

 

Eigne ich mich für ein duales Studium?

 Gut zu wissen: Für jedes der vier Studienmodelle gelten zum Teil andere Voraussetzungen. Für ausbildungsintegrierende und praxisintegrierende duale Studiengänge sind beispielsweise das Abitur bzw. die Matura oder Berufsreifeprüfung Pflicht. Auch die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife befähigen zum (tlw. eingeschränkten) dualen Studium.

Das berufsintegrierende und berufsbegleitende duale Studium setzen u.a. eine abgeschlossene Berufsausbildung und facheinschlägige Berufserfahrung voraus. Ebenso sind Aufnahmeverfahren möglich.

Des Weiteren ist ein Vertrag mit dem Praxispartner obligatorisch.

Da die Ferienzeiten häufig für die Arbeit im Unternehmen genutzt werden und das Semester strikt in Studien- und Praxisphasen unterteilt ist, gestaltet sich das duale Studium relativ zeitaufwändig und weniger flexibel. Du solltest daher v.a. stressresistent, eigenständig und belastungsfähig sein sowie eine große Portion Motivation und gutes Zeitmanagement mitbringen.


Vorteile des dualen Studiums

Ein duales Studium ist besonders von Vorteil, weil Studierende:

  • auf die Anforderungen in einer bestimmten Branche vorbereitet werden und viele Einblicke ins künftige Berufsfeld erhalten.
  • gleichzeitig studieren, Praxiserfahrung im präferierten Berufsfeld sammeln und bezahlt werden.
  • das Studium meist nicht selbst finanzieren müssen.
  • sich vereinfacht ein berufliches Netzwerk aufbauen können und nach Abschluss des Studiums meist vom ausbildenden Praxisunternehmen übernommen werden.

 

Wie finde ich das duale Studium, das am besten zu mir passt?

 Immer mehr Hochschulen springen auf den Zug auf und entwerfen zusammen mit dem kooperierenden Unternehmen duale Studienprogramme. Schließlich profitieren beide Parteien davon: Die Hochschule kann mehr Personen für ein Studium begeistern und diese auch wirklich auf die Praxis vorbereiten. Das Unternehmen ist an der Ausbildung ihrer zukünftigen Mitarbeiter/-innen direkt beteiligt, kann deren Fortschritte stets mitverfolgen und Studierende somit auf die speziellen Anforderungen des Betriebs vorbereiten.  Die zeitraubende Einschulung und Einarbeitungszeit entfallen somit.

Studium Während das duale in Deutschland bereits allseits bekannt ist, gilt dieses Studienmodell in Österreich und der Schweiz noch eher als Novum. Mittlerweile setzt sich der Trend jedoch auch hier durch.

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